Die Jugendstil Epoche oder auch Art Nouveau wie man in Frankreich sagt, war um etwa 1880 bis 1920 eine Kunstbewegung in Europa. Sie galt als Epoche des Aufschwungs. Inspiriert durch Historismus und Eklektizismus versuchte die Jugendstil-Generation also „die Jugend“ etwas völlig Neues zu schaffen. Etwas, dass sich von den alten Epochen abhob und sich moderner zeigte. Der Begriff wurde damals abgeleitet von dem Titel der erscheinenden Zeitschrift „Jugend“ die zwischen 1896 und 1940 in München erschienen ist.
Angeregt wurden die Designer durch Beobachtungen aus der Natur insbesondere des Pflanzenreichs in Kombination mit geometrischen Formen wie sie beispielsweise später im Art Deco zu sehen sind.
Antike Gegenstände im Jugendstil sind sehr auffällig und bedauerlicherweise auch rar. Weshalb es gar nicht so leicht ist, gut erhaltene Objekte dieser Zeit zu finden. Dies gilt insbesondere für Möbel. Aber auch wer nur Gebrauchs- oder Kunstgegenstände sucht muss mehrmals über Antikmärkte oder durch Antiquitätenläden schlendern. Wer fündig wird sollte schnell zugreifen – die Objekte sind rar und überaus dekorativ.
Eine schöne Alternative können Nachbauten sein, solange sie von hochwertiger Qualität sind. Mit Antik-Finish versehen kommen sie den Originalen ziemlich nah und sind somit wahre Hingucker.
Die Merkmale des Jugendstils
Der Jugendstil ist sehr romantisch
Das Hauptmerkmal des Jugendstils sind die Kurven sowie die Asymmetrie. Ohne runde Formen in verschobener Optik geht gar nichts. Ebenso typisch sind florale Elemente. Außerdem zeichnet er sich durch schlanke Formen mit verschlungenen Verzierungen aus und präsentiert Details fast schon im Überfluss.
Inspiriert von der Natur
Elemente wie Pflanzen, Bäume mit ihren Ästen, Wellen und fliegende Kleintiere fließen nahtlos in einander über. Frauen mit zarter Haut und schlanker Figur in fließenden Gewändern werden umspielt mit Blumen und Ranken. In der Glaskunst à la Tiffany erkennt man gut den Geschmack der damaligen Zeit.
Motive im Jugendstil
Libellen, Schmetterlinge, Schwalben, Pfaue, all dies sind beliebte Tiermotive die man auf Textilien, Tapeten, Fliesen, Dekorationen, ja sogar auf Möbel findet. Das gilt auch für Pflanzenmotive, besonders beliebt Lilien, Seerosen, Orchideen, Äste und Ranken.
Verwechslungen mit anderen Stilen
Art Deco entwickelte sich aus dem Jugendstil
Der Art Deco basierte zwar auf dem Jugendstil, sollte aber trotzdem nicht verwechselt werden. Erstens war diese Epoche etwas später, nämlich von 1920 bis etwa 1933 – in den USA etwas länger. Zweitens ist ganz klar zu erkennen, dass die blumigen, geschwungenen Dekore des Jugendstils durch geometrische, immer wiederkehrende Formen ersetzt wurden. Art Deco setzte mehr auf grafische Elemente, während der Jugendstil von der Natur inspiriert war. Mit ihren organischen Motiven sieht im Jugendstil alles ein wenig so als, als käme es der Natur.
Jugendstil wird ebenso gerne mit Barock verwechselt. Doch aufgepasst, nur weil Möbelstücke Verzierungen aufweisen und geschwungene Beine haben, sind sie noch lange nicht im Jugendstil. Dieser zeichnet sich tatsächlich durch große, ausladende und geschwungene Formen, meist in Pflanzenoptik, aus. Beispielsweise sehen Lampenfüße wie ein verschnörkelter Baum aus, umspielt mit einer Schlingpflanze. Gehalten wird dann alles von einem schlanken Frauenkörper.
Diese Farben gehören zum Jugendstil
Auch wenn es nicht die typischen Farben gibt, so liebt der Jugendstil jedoch intensive, kräftige Farben wie Royalblau, Senfgelb, Salbeigrün, Rubinrot, Smaragdgrün oder Saphir. Kontrast findet man mit Gold, Messing oder Bronze. Gerade Bonze verleiht einem schönen Dekorationsgegenstand das richtige Flair. Silber geht zwar auch ist aber nicht so oft zu finden.
Wo finden sich Objekte im Jugendstil
Architektur
Ursprünglich wurde der Stil in der Architektur sichtbar. Heute noch sind in den meist mehrstöckigen Häusern wunderschöne Treppenaufgänge oder aufwendige Bleiverglasungen im Jugendstil zu sehen. Die gesamtkünstlerische Gestaltung der Häuser wurde alsbald in die Innenausstattung übertragen.
Möbel
Die handwerkliche Herstellung von Möbeln ist ein wichtiges Zeichen des Jugendstils. Hochwertige Hölzer wie Mahagoni oder Nussbaum werden kunstvoll verarbeitet, mit reichlich Ornamente versehen und mit Lack aufpoliert. Kombiniert mit Glas und Messingbeschläge, was sie noch edler macht.
Accessoires
Da der praktische Nutzen in dieser Zeit überaus wichtig war, wurden die floralen und organischen Formen gerne bei Gebrauchsgegenständen wie Leuchten, Kerzenhaltern, Spiegeln oder Kannen angewandt.
Zauberhafte Jugendstil Dekorationen
Kunst
Klassische und beliebte Motive im Jugendstil sind Frauen, Tiergestalten oder Figuren aus der Mythologie. Die Künstler wollten sich auf die Natur zurückbesinnen, weshalb sie meist ausschließlich organische Formen als Stilmittel wählten. Gerade Frauen sind auf Gemälden häufig zu sehen. Mit ihrem zarten Teint, ihrem welligen Haar, den leuchtenden Gewändern und dem sie umspielenden Blumenmeer verkörpern sie das Ideal von Harmonie und Schönheit.
Auch wenn Gustav Klimt wohl einer der bekanntesten Künstler des Jugendstils war, so gibt es ebenso zahlreiche Werke von Bruno Möhring, Alfons Mucha, Henry van de Velde, René Lalique, Audrey Beardsley, Antonio Gaudi, Otto Wagner, Peter Carl Fabergé und Louis Comfort Tiffany die den Jugendstil prägten.
Jugendstil-Tapeten: Kunst für die Wände
Der Jugendstil lebt von geschwungenen Linien, floralen Ornamenten und kunstvollen Mustern. Genau diese Gestaltung findet sich auch bei typischen Jugendstil-Tapeten* wieder. Sie verleihen einem Raum sofort eine elegante und charaktervolle Atmosphäre, ohne dass viele weitere Dekorationselemente nötig sind.
Besonders beliebt sind Motive mit Blüten, Ranken, Lilien oder Pfauenfedern sowie organische Linien, die scheinbar fließend ineinander übergehen. Farblich dominieren warme Naturtöne, Grün, Blau, Gold oder gedeckte Pastellfarben.
Wer den Stil nur dezent integrieren möchte, kann eine einzelne Akzentwand mit einer Jugendstil-Tapete gestalten und die übrigen Wände in einem ruhigen Farbton halten. So entsteht der typische Charme des Jugendstils, ohne den Raum zu überladen. In großen Räumen darf die Tapete dagegen auch auf mehreren Wänden eingesetzt werden, insbesondere wenn sie mit schlichten Möbeln und hochwertigen Materialien kombiniert wird.
Tipp: Besonders harmonisch wirken Jugendstil-Tapeten zusammen mit Massivholzmöbeln, Messingdetails, Samtstoffen und dekorativen Leuchten aus Milchglas oder Tiffany-Glas.


