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20 Fragen die man sich über Home Staging stellt!

20 Fragen die man sich über Home Staging stellt!
1.) Wofür braucht man Home Staging?

Home Staging ist, kurz gesagt, das Inszenieren einer Immobilie die zum Verkauf steht. Viele angebotene Immobilien sehen eher uneinladend aus und lassen sich deshalb oft schwer verkaufen. Es ist aber enorm wichtig, dass potentielle Käufer schon beim ersten Blick auf die Bilder von einem Objekt begeistert sind. Dies erhöht die Nachfrage und somit den Verkaufspreis.

Immobilien die zu einem doch recht hohen Preis verkauft werden, sollten deshalb ebenso aufgehübscht werden wie zum Beispiel ein Auto.

Ein Fahrzeug fährt man kurz vor dem Verkauf auch durch die Waschanlage, saugt es gründlich aus und entfernt alle persönlichen Gegenstände sowie Unrat. Keiner würde auf die Idee kommen sein Fahrzeug verschmutzt und verrümpelt anzubieten. Bei einer Immobilie, die ein vielfaches dessen kostet, sieht man das leider immer wieder.

2.) Macht das normalerweise nicht ein Innenausstatter?

Nein, denn ein Innenausstatter richtet Wohnungen oder Häuser für seine Kunden ein. Dass heißt, er richtet sich nach den Bedürfnissen und dem Geschmack des Auftraggebers. Ihm ist vollkommen egal, ob das Objekt auch anderen gefällt. Sein Ziel ist es, seine Kundschaft zufrieden zu stellen und ihnen Räumlichkeiten einzurichten die zu ihrem Leben passen.

Der Innenausstatter hat auch keine Möbel auf Lager, da er gezielt für seine Kunden einkauft und diese das Inventar auch behalten.

3.) Ist Home Staging nicht Betrug, weil es Mängel verdeckt?

Home Staging ist nicht dafür da Mängel zu verdecken, sondern Immobilien von der besten Seite zu zeigen, Denn so wie alles im Leben hat jedes Verkaufsobjekt seine guten Seiten. Und diese gilt es hervorzuheben.

Die perfekte Immobilie gibt es nicht und wird es auch nie geben.

Denn auch die Menschen die darin wohnen, haben unterschiedliche Ansprüche und Vorlieben. Genau das macht es so spannend. Aber die Vorzüge einer Immobilie sollten, nein müssen sogar, hervorgehoben werden um den passenden Käufer zu finden.

Das ist ähnlich wie in einer Beziehung, Den perfekten Partner gibt es nicht. Gerade die Ecken und Kanten machen doch den einen Menschen für manche unwiderstehlich – auf andere wirken er abschreckend. Und so findet auch jeder Käufer das Produkt für das er brennt.

Übertragen auf die Immobilienbranche kann man sagen, dass jeder Mensch irgendwann nicht nur eine Wohnung, sondern „sein Zuhause“ findet.

Zurück aber zu den Mängeln. Selbstverständlich dürfen Mängel nicht verdeckt oder verheimlicht werden. Das würde auch keinen Sinn machen, da zukünftige Käufer sehr genau darauf achten, welche Mängel möglicherweise schon vor dem Verkauf bestanden. Bei einem Rechtsstreit würden unnötige Kosten entstehen, die meist in keinem Verhältnis zu den eigentlichen Kosten der Reparatur stehen.

Ein gewissenhafter Home Stager wird immer erst mit der Ausstattung der Wohnimmobilie beginnen, wenn alle notwendigen Reparaturen durchgeführt wurden. Die meisten Home Stager haben übrigens gute Kontakte zu Handwerksfirmen und können deshalb auch Sonderleistungen anbieten.

4.) Ist Home Staging nicht nur das Aufstellen von hässlichen Pappmöbeln?

Eigentlich nicht. Selbstverständlich gibt es auch Pappmöbel. Dies betrifft insbesondere Einbauküchen. Es wäre ein Unding eine komplette Einbauküche für nur wenige Wochen aufzustellen. Dafür wäre der Aufwand mit echten Küchenmöbeln einfach zu groß.

Das selbe gilt auch für einen Kleiderschrank, der ja gerne mal 2-3 Meter in der Breite und 2 Meter in der Höhe misst. Der Home Stager benutzt hierfür gerne Rollups, also Werbeaufsteller die einen Schrank zeigen. So sieht der Betrachter zwar keinen echten Schrank, kann sich aber die Wand oder Nische mit Schrank gut vorstellen.

Ganz selten greifen Home Stager auch bei weiteren Möbeln, wie Sofas oder Sessel in die (Papp)Kiste. Das ist aber äußerst selten der Fall. Ich denke, dass diese Art von Möbeln eher von „nicht Home Stager“ genutzt werden. Ich persönlich kenne nur Kollegen – und das sieht man auch auf den zahlreichen Bildern – die mit Ausnahme von Küche und Schrank nur mit echten Möbeln und Dekoelementen arbeiten. Schließlich soll das Ergebnis nicht nur auf den Bildern, sondern auch bei Besichtigungen, gut aussehen.

Allerdings muss ich zugeben, dass bei einem Element doch ganz gerne getrickst wird. Nämlich beim Doppelbett. Durch viele Decken und Kissen sieht man in keinster Weise, dass sich darunter oft nur Kartons befinden. Die Kartons in denen vorher die Accessoires transportiert wurden, finden hier eine sinnvolle Aufgabe.

Wer einmal bei einem Umzug geholfen hat weiß wie anstrengend es ist, Möbel zu schleppen und aufzubauen. Bis eine Wohnung eingerichtet ist kommt so einiges zusammen. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Home Stager nicht ständig schwere Gewichte schleppen möchten. Eine schwere Ledercouch die durch keine Tür passt wird man deshalb bei gestageten Immobilien vergebens suchen.

5.) Ist Home Staging nicht sündhaft teuer und muss auch bezahlt werden, wenn die Immobilie für weniger als erhofft verkauft wird?

Der Preis für Home Staging liegt in der Regel zwischen 1-3% des Kaufpreises. Der Mehrwert, der durch eine gestaltete Immobilie erreicht wird, liegt bei durchschnittlich 5-15%. Eine Ausgabe die sich also lohnt. Diese Rechnung geht natürlich nicht auf, wenn das Objekt stark überteuert angeboten wird und dadurch keine Nachfrage generiert wird. In diesem Fall sollte die Preispolitik nochmals überdacht werden.

Hat man einen realistischen Preis für seine Immobilie angesetzt und diesen durch Fachleute, z.B. einem Makler aus der Region abgesprochen ist es fast unmöglich, dass ein Objekt durch Home Staging nicht aufgewertet wird. Aber selbst wenn kein höherer Preis erzielt wird, so ist das Verkaufsobjekt doch in der Regel schneller verkauft. Unter diesen Umständen hat der Verkäufer schneller den Kaufpreis in seiner Tasche. Ein Umstand der für viele genauso wichtig ist, wie einen höheren Kaufpreis zu erzielen, als erhofft.

In jedem Fall sollte das Angebot eines erfahrenen Home Stagers eingeholt werden. Schon bei der Erstberatung stellt sich oft heraus, ob es Sinn macht Home Staging anzuwenden. Ein professioneller Home Stager wird die Erstberatung und das Angebot kostenlos erstellen.

6.) Dauert das Einrichten mit den Möbeln und der Deko nicht ewig lange, sodass sich der Verkauf unnötig hinzieht?

Vom Erstgespräch bis zum Einrichten einer Verkaufsimmobilie können schon mal ein paar Tage vergehen. Das liegt allerdings nicht grundsätzlich an der Home Staging Firma selbst, sondern Umständen die dazu führen. Oft ist eine Wohnung noch gar nicht ausgeräumt. Dies erfordert natürlich Zeit, genauso wie Renovierungen die möglicherweise durchgeführt werden müssen. Ebenso die Endreinigung die grundsätzlich empfohlen wird. Gerade Fenster sollten blitzsauber sein um genug Tageslicht hindurch zu lassen. Auch Türen und Böden müssen wenigstens einmal abgewaschen werden.

Vom Anliefern des Interieurs über das Aufstellen und Dekorieren vergehen meist nur 1-3 Tage. Gleich im Anschluss kann der Fotograf seine Arbeit verrichten. Hier sollte zwingend schönes, sonniges Wetter abgewartet werden. Denn Sonnenlicht gibt nach wie vor die beste Beleuchtung ab.

In der Zwischenzeit kann schon mal der Angebotstext erstellt werden. Doch bitte nicht 08/15. Kurz, knackig und prägnant sollte er sein. Die Vorzüge der Immobilie herausstellen. Stichpunkte sorgen für Übersichtlichkeit. Hier findet der Leser sofort alle für ihn relevanten Informationen auf einen Blick, ohne, dass er sich durch meterlangen Text lesen muss.

raum-fotografieren-vom-fachmann

7.) Ich habe eine gute Kamera an meinem Smartphone. Kann ich mir das Geld für einen Fotografen nicht sparen?

Ja, kannst du. Wenn du eine hochwertige Kamera mit Weitwinkel hast, dich mit Immobilienfotografie auskennst und die Bilder am Computer mit Photoshop bearbeiten kannst, kannst du getrost auf einen Profi verzichten. Wenn nicht, lass einfach einen Fachmann dran.

Man kann es kaum glauben. Aber genau aus diesem Grund wurden Berufe erfunden und haben sich Menschen spezialisiert. Um es kurz zu machen, beim Handy kannst du weder das Objektiv tauschen noch die Belichtungszeit oder Blende einstellen.

Was du allerdings immer machen kannst, ist zusätzlich mit dem Handy Bilder schießen um sie Freunden und Verwandten zu zeigen, nur bitte nicht potenziellen Kunden.

Was macht das auch für einen Sinn, Geld für´s Home Staging auszugeben um dann aber bei den Bildern zu sparen. Im Übrigen machen Home Stager in der Regel ein Komplettangebot das professionelle Bilder einschließt.

8.) Wie lange bleiben die Möbel stehen und dürfen sie auch benutzt werden?

Dazu gibt es klare Zeiten. Die Regelzeit sind 3 Monate. Sollte die Immobilie bis dahin nicht verkauft sein, kann eine Verlängerung beantragt werden. All das sollte unbedingt im Home Staging Vertrag vereinbart sein.

Bei der Besichtigung kommen Menschen in eine Wohnung oder ins Haus. Da ist es ganz natürlich, dass das Inventar zumindest angefasst wird. Gemeinsam setzt man sich auch mal an den Tisch oder macht es sich auf dem Sofa bequem. Eine normale Nutzung schadet den Möbeln ja nicht. Ist das Bett allerdings nur eine Attrappe, ist schlafen darin nicht empfehlenswert. Auch kochen in der Pappküche funktioniert nicht. Da kommt mir der Gedanke an die Musterwohnungen in den Möbelhäusern. An den (Muster-)Toiletten hängen immer Schilder, die eine Benutzung untersagen. Ist schon lustig, dass man darauf hinweisen muss.

9.) Was passiert wenn die Immobilie vor Ablauf der 3 Monate verkauft wird?

Dann herzlichen Glückwunsch. Und keine Angst, die Möbel werden wieder abgeholt, bevor die neuen Käufer einziehen. Außer die Einrichtung gefällt den Käufern so gut, dass sie diese behalten möchten. So etwas kommt schon mal vor und kann mit dem Home Stager abgemacht werden. Es gibt für jeden Wunsch eine Lösung. Durch ein Gespräch wird man sie finden.

10.) Was ist, wenn mir das Staging nicht gefällt?

Bekanntermaßen ist Home Staging das Herrichten einer Immobilie die zu einem guten bis sehr guten Preis verkauft werden soll. Um einen hohen Preis zu bekommen, und um die Immobilie schnell zu verkaufen, muss eine möglichst große Zielgruppe angesprochen werden. Um welche Zielgruppe es sich handelt wird meist schon beim ersten Beratungsgespräch klar.

Sobald dies herausgefunden ist, wird die Immobilie passend zur definierten Zielgruppe eingerichtet. Die Einrichtung und Ausstattung wird deshalb also nicht deinen persönlichen Style treffen. Möglicherweise wird sie dir nicht einmal gefallen. Das muss sie aber auch nicht. Sie soll denjenigen gefallen, die als Käufer in Frage kommen.

Getreu meines Lieblingsspruchs „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“

Ich kann mir gut vorstellen, dass es Immobilienbesitzern schwer fällt, einem fremden Menschen die Ausstattung seiner geliebten Immobilie anzuvertrauen. Schließlich haben wir ja alle eine gewisse Vorstellung, wie etwas auszusehen hat. Und hat man selbst oder ein naher Verwandter darin gewohnt kommen auch noch Emotionen dazu, die man nicht so einfach ablegen kann.

Dennoch – oder gerade deshalb – ist es sehr wichtig dem Home Stager freie Hand zu lassen. Auch wenn´s schwer fällt.

Denn dieser ist eben nicht durch Emotionen, sondern neutral, dem Markt entsprechend gesteuert. Durch seine Erfahrung weiß er, was die Zielgruppe anspricht, was den Menschen gefällt und wie eine Wohnimmobilie bei potenziellen Käufern gut ankommt. Er hat das richtige Gespür für Farben, Wohnstile und die nötigen Dekoelemente, die eine Wohnung gemütlich aber trotzdem nicht überladen machen.

11.) Home Staging geht doch nicht bei bewohnten Immobilien, oder?

Doch, klar geht das. Gerade bewohnte Immobilien bedürfen eines Stagings. Dieses sieht allerdings anders aus, als bei einem leerem Objekt. Wenn Mieter oder Eigentümer mitspielen ist auch hier Home Staging möglich. Dafür wird die Wohnung aber nicht leer geräumt, sondern erhält eine Frischekur. Zuerst müssen persönliche Dinge wie Familienbilder und zu viel Schnickschnack verschwinden. Zumindest soweit es geht. Dann wird das eine oder andere Möbelstück weggeräumt oder verschwindet auch mal ganz aus dem Zimmer. Doch nur für kurze Zeit. Solange bis die Bilder geschossen sind. Das Ergebnis ist zwar nicht so perfekt wie bei einer leeren Wohnung, kann sich aber durchaus sehen lassen.

Anders als Mieter sind Eigentümer verständlicherweise eher bereit für solch ein Staging Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen. Deshalb rate ich allen Kapitalanlegern bei einer sich bietenden Möglichkeit, wenn das Objekt gerade mal leer steht, Geld in die Hand zu nehmen und die Wohnung zu stagen oder zumindest professionell fotografieren zu lassen. Somit kann man jederzeit auf brauchbares Material zugreifen. Auch wenn Mieter sich bei einem eventuellen späteren Verkauf querstellen und es nicht erlauben Bilder „ihrer“ Räumlichkeiten zu machen. Als Vermieter sind einem da ziemlich die Hände gebunden.

Durch Gespräche mit Immobilieninvestoren weiß ich, dass dann bereits vorhandene Bilder wahres Gold wert sind. Gerade Investoren sollten daran denken, dass die Kosten des Home Stagings steuerlich geltend gemacht werden können.

12.) Wirken leere Räume nicht größer?

Das denkt man oft. Dass leere Räume doch größer wirken sollten. Leider stimmt das nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Warum ist das so? Weil unser Gehirn die Ausmaße nicht wahrnehmen kann. Vielmehr sind es Erfahrungswerte die dafür sorgen sich etwas bildlich vorzustellen. Doch wer, außer Architekten hat denn nun Erfahrung darin sich leere Räume eingerichtet vorzustellen? So gut wie niemand.

Ist der Raum aber eingerichtet, mit z.B. Bett oder Sofa und erkennt man noch den umgebenden Freiraum, weiß man sofort, ok – das stimmt. „In diesem Zimmer passt ein großes Bett und ein langer Kleiderschrank und trotzdem bleibt noch Platz für das Babybett oder das Hundekörbchen.“

„Oh, wie schön – selbst eine große Couch füllt das Zimmer so aus, dass noch genügend Platz für einen gemütlichen Sessel bleibt.“ Oder „die Küche bietet genug Stauraum und man kann trotzdem zu zweit kochen“

Wir wissen wie groß Möbel sind. Wir wissen auch, wie groß ein Durchgang sein muss, um bequem durchzukommen. Darin haben wir Erfahrung. Unser Auge kann die Einrichtung und den Platz drumherum aufnehmen und das Gehirn die Information verarbeiten.

13.) Zur Zeit lassen sich Immobilien doch problemlos verkaufen, warum soll ich Home Staging anwenden?

Weil sie es verdient haben. Ich finde es immer wieder erschreckend, mit wie wenig Sorgfalt ein doch überlebensnotwendiges Produkt wie eine Wohnimmobilie angeboten wird. Ein sicheres und ordentliches Zuhause zu haben ist doch das einzige was wir wirklich brauchen. Und zwar ausnahmslos. Aber wir verschwenden mehr Zeit bei der Auswahl unseres Fahrzeugs oder unseres Handys. Ja selbst beim Klamottenkauf legen wir Wert auf eine ansprechende Präsentation.

Egel ob zum Eigennutz oder zur Kapitalanlage, eine Immobilie wird am Ende immer Menschen beherbergen. Vielleicht sollten wir endlich aufhören Immobilien nur als notwendige Übel, als Druckmittel für Benachteiligte oder Spielball von geldgierigen Immobilienhaien zu sehen. Sondern als das was sie sind. Eine Unterkunft in der sich Menschen, mit und ohne Familie, mit und ohne Haustiere, sicher und geborgen fühlen können.

Hässliches Wohnzimmer statt ordentliche Immobilienpräsentation
So sollte es nicht aussehen. Man kann Räume auch verschönern!
14.) Kann ich das nicht selbst machen, dass bisschen Möbel aufstellen?

Home Staging ist mehr als nur ein paar Möbel aufzustellen. Es ist das Finden der Zielgruppe. Das Einrichten für eine spezielle Zielgruppe. Das Einrichten mit genau der richtigen Menge an Möbeln und Accessoires. Das Arrangieren aller Gegenstände für die perfekten Fotoaufnahmen und ansprechenden Besichtigungen.

Dazu kommt noch die enorme Arbeit die ein möblieren mit sich bringt. Also schleppen, aufbauen und wieder abbauen etc. Und die Frage woher die Möbel kommen und wohin sie danach gehen? Alleine die Anschaffungskosten von mehreren Möbelstücken sind höher als die ausgaben für Home Staging. Dazu kommen noch Transport- und Lagerkosten. Auch wenn man doch so gerne bei IKEA einkauft und man doch so viel Spaß am einrichten hat, sollte man nicht selbst stagen. Home Stager sind Gestalter. Sie machen das Jahr ein, Jahr aus. Sie haben Erfahrung im Aufstellen und ein Händchen für Interieur und Wohntrends. Und sie verzichten weitgehend auf IKEA Möbel. Weil Wohnungen mit wenigen, ausgefallenen Möbelstücken an denen wir uns nicht schon satt gesehen haben, weitaus interessanter sind.

15.) Ich will meine Immobilie verkaufen und die Einrichtung gefällt mir so wie sie ist. Brauche ich trotzdem Home Staging?

Ich kann verstehen, dass dir deine Einrichtung gefällt. Schließlich spiegelt sie deinen Stil und deinen Geschmack wider. Doch ist dein Geschmack auch mit dem Geschmack der Zielgruppe identisch? Und hast du nicht jede Menge persönlicher Gegenstände rumstehen, so wie die meisten Menschen?

Du willst doch das Objekt nicht an dich, sondern an jemand anderes verkaufen? Ist dir klar, dass dein Zuhause wenn du es verkaufen willst, dann nicht mehr dein Zuhause ist?

Viele Fragen, ich weiß. Deshalb bitte ich dich über die folgenden Aussagen von Kunden nachzudenken. Danach wirst du selbst die Antwort finden.

„Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass meine Einrichtung doch ein wenig zusammengewürfelt ist. Da steht die Kommode von Oma neben dem Sofa von IKEA. Der Teppich hat auch schon bessere Tage gesehen. Auch wenn Shabby Chic gerade in ist. Im Wohnzimmer fehlt sogar die Deckenleuchte, weil ich noch keine gefunden habe die mir gefällt und trotzdem bezahlbar ist. Durch das Baby, dass ich vor wenigen Monaten bekommen habe, mussten wir Möbel verschieben. Das Doppelbett haben wir deshalb in die Ecke geschoben um Platz für´s Babybett zu haben. Der ganze Kinderkram, wie z.B. Laufstall etc. müsste raus um einigermaßen neutrale ansprechende Bilder machen zu können.“

 

„Ich habe zu viel Nippes rumstehen, das geb ich zu. Wenn ich aber alles wegräume, gefällt mir meine Wohnung nicht mehr. Denn gerade meine persönlichen Gegenstände machen die Räume doch erst gemütlich. Soll ich meine ganzen Familienfotos abhängen? Dann sieht man doch die Löcher in den Wänden. Also ich weiß nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Wohnung trotz Einrichtung für Home Staging geeignet ist. Ich denke, ich werde mich mal beraten lassen. Ich hoffe das kostet nichts und der Berater wird nicht sauer sein, wenn ich ihm oder ihr dann doch absage?“

 

„Ich habe nur IKEA Möbel, die passen doch gut zusammen. IKEA gefällt doch jedem! Da treff ich doch sicher den Geschmack der Zielgruppe? Die Home Stagerin sagte mir, ich soll mir mal die tollen Fotos von gestalteten Immobilien anschauen. Da wird man aus gutem Grund keine oder nur sehr wenig IKEA Möbel finden. Jeder kauft bei IKEA, aber wenn man etwas außergewöhnliches präsentieren will, sind Möbelstücke abseits des Mainstream effektiver, sagt sie.“

 

„Ein richtiges Konzept habe ich in meiner Wohnung nicht. Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer sehen total unterschiedlich aus. Allein schon deshalb, weil ich die einzelnen Räume nicht zur selben Zeit eingerichtet habe. Da liegen manchmal Jahre dazwischen und mein Geschmack hat sich in der Zwischenzeit geändert. Meine Küche ist ja ganz ok. Aber das Schlafzimmer habe ich vor Jahren eingerichtet als ich gerade einzog. Das Wohnzimmer hingegen wurde vor wenigen Monaten frisch renoviert. Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir nur das Wohnzimmer richtig gut. Und die Küche halt, denn die ist neutral.“

16.) Muss es denn das ganze Haus sein, oder reicht es nur ein oder zwei Zimmer zu stagen?

Wenn du das ganze Haus verkaufen willst, dann ja? Nein, Spaß beiseite. Es ist nicht notwendig ein ganzes Haus zu stagen. Die wichtigsten Räume aber sollten es schon sein. Gerade der Empfang, also das was bei der Besichtigung zuerst gesehen wird, beeinflusst potenzielle Käufer am meisten. Die Entscheidung für oder gegen eine Immobilie wird schon nach wenigen Sekunden gefällt. In diese Zeit sollte der Käufer abgeholt werden, bzw. positive Erfahrungen machen.

Die Fassade, Einfahrt und Vorgarten sowie der Flur und die ersten Zimmer die man betritt brauchen deshalb zwingend ein Staging. Neben Wohnzimmer und Schlafzimmer sind die Küche und das Bad Immobilienkäufern besonders wichtig. Und nicht vergessen, auch gute Gerüche regen die Sinne positiv an. Lies hier, wie die 5 Sinne bei einer Besichtigung angesprochen werden können.

Wenn genug Platz ist, empfehle ich meinen Kunden eine kleine Kaffeebar aufzustellen (ist inkl. beim Staging bzw. kann bei uns gemietet werden). Das verströmt den Duft von frisch gekochtem Kaffee und kann auch gleich bei Besichtigungen angeboten werden.

Ich selbst merke immer wieder, wie sehr mich das Angebot einer Tasse Kaffee beeinflusst.

Ok, zugegeben, ich bin ja auch Kaffeejunkie. Mit Kaffee kann man mich immer ködern. Beim Friseur bekomme ich immer einen, auch beim Steuerberater und sogar bei meinem Lieblings-Antiquitätenhändler in Heppenheim im alten Bahnhof. Da er keine Heizung hat (oder sie nicht geht), schlendere ich, Dank des wärmenden Kaffees länger als geplant durch die Räume. Ich gehe dort regelmäßig hin und bin noch nie mit leeren Händen raus.

Sorry, dass ich ein wenig abgeschweift bin. Deshalb geht’s jetzt weiter mit der nächsten Frage.

17.) Wenn eine Immobilie schon lange am Markt ist und nicht verkauft wird, warum sollte dann Home Staging helfen, und wie?

Trotz dem verkäuferfreundlichen Immobilienmarkt gibt es immer wieder Objekte die lassen sich einfach nicht verkaufen. Man würde nun der Einfachheit halber sagen, dass ist doch nur eine Frage des Preises. Aber so einfach ist es oft nicht.

Gehen wir mal davon aus, dass der Preis gerechtfertigt ist, aber die Immobilie trotzdem nicht weg will. Was kann man dann tun? Nach Monaten vergeblichen Verkaufens hat man irgendwann doch herausgefunden woran es liegt. Die zwei Hauptgründe dafür sind…

…erstens, die Lage ist schlecht und zweitens die Immobilie sieht schrecklich aus. Manchmal oder sogar öfters treffen auch beide Aussagen zu. Was also tun?

An der Lage kann man nichts ändern. Aber wirklich schlechte Lagen gibt es nicht. Weil es für jeden den passenden Deckel gibt. Was für den einen schrecklich ist, kann für den anderen toll sein. Die Vorzüge müssen nur heraus gestellt werden. Also ran an die Hausaufgaben. Was ist an der Lage positiv? Die Ruhe, die Natur, die gute Anbindung? Irgendwas gutes gibt es immer. Beschäftige dich mit der Region, sei unvoreingenommen und du wirst es entdecken.

Auf den zweiten Grund, „die Immobilie sieht schrecklich aus“ muss ich nicht eingehen. Home Staging würde gerade dafür erfunden.

Natürlich gibt es noch weitere Gründe, warum manche Objekte nicht verkauft werden. Streitende Immobilienbesitzer oder Mieter die Besichtigungen nicht zulassen. Da kann Home Staging leider auch nicht helfen. Aber auch dafür gibt es Fachleute. Da hilft, mit denen Kontakt aufzunehmen und sich beraten zu lassen.

Für alle Verkaufsimmobilien die nicht verkauft werden gilt, die Immobilie vom Markt nehmen. Das Konzept überarbeiten und mit Hilfe eines Maklers und eines Home Staging Experten neu einstellen.

18.) Gibt es Objekte für die Home Staging zwecklos sind?

Grundsätzlich kann ich das erst mal verneinen. Es gibt wohl kaum ein Objekt das nicht durch Home Staging aufgewertet wird.

Es gibt aber Objekte die durch hervorragender Lage, niedrigem Preis oder sonstiger Attraktivität eine so starke Nachfrage generieren, sodass Home Staging nicht benötigt wird.

Zwecklos ist Home Staging auch für Immobilien die so baufällig sind, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem Kauf abgerissen, oder umfangreich baulich verändert werden. Auch in diesem Fall wäre Home Staging unnötig.

Nach dem Umbau kann allerdings sehr wohl Home Staging eingesetzt werden. Selbst bei Vermietungen bewirkt es Wunder. Gestaltete Wohnungen sprechen nämlich nicht nur Käufer an, sondern auch die anspruchsvollen Mieter die sich jeder Vermieter wünscht. Der Vermietungsprozess wird beschleunigt. Das spart Zeit und Nerven. Probiere es aus. Und denke daran, Bilder für später zu archivieren. Man weiß nie, ob man sie nicht nochmal braucht.

19.) Wird es Home Staging auch in Zukunft geben, vor allem wenn die Preise weiterhin steigen?

Home Staging ist nicht tot. Es ist in Deutschland gerade erst geboren. Egal ob die Preise steigen oder fallen werden.

Home Staging ist schließlich nicht nur eine nette Beigabe, auf die man getrost verzichten kann.

Sondern eine Notwendigkeit in einem Markt der immer mehr überflutet wird. Der uns die Entscheidung immer schwerer machen wird. Gerade in der Hochpreisliga wird es in Zukunft immer schwieriger werden mitzuspielen. Da muss man sich von den Mitbewerbern abheben.

Viele Immobilienmakler haben schon erkannt, dass Home Staging nicht nur den Verkauf unterstützt. Immer mehr gehen neue Wege im Marketing, insbesondere bei der Kundenakquise. Soviel ist klar, Home Staging gehört dabei auf die oberen Plätze.

Meine Vision: Wenn Home Staging erst mal bei den Menschen in den Köpfen angekommen ist, wird keiner mehr darauf verzichten wollen. Wir professionellen Home Stager arbeiten jeden Tag daran, unsere Arbeit bekannter zu machen und die Kunden von unserer wertsteigernden Leistung zu überzeugen.

20.) Gibt es Home Staging auch in einer preiswerteren, abgespeckten Form?

Mit der Unterstützung eines erfahrenen Home Stagers kann man auch einiges selbst machen, wenn das Budget kein komplettes Home Staging Paket hergibt. Fast alle bieten verschiedene Module an. Da geht es von einer einfachen Beratung mit Punkten zum Abarbeiten bis zu Tagesangeboten, bei dem der Stager hilft die Wohnung auf Vordermann zu bringen und für die Bildersession fit zu machen. Selbst Kleinigkeiten können hier schon großes bewirken.

Seit geraumer Zeit sind auch Softwarefirmen auf dem Markt, die digitales bzw. virtuelles Home Staging anbieten.

Man schickt einfach Bilder hin, die Firma retuschiert sie bestmöglich und setzt Möbel ein. Der Vorteil ist nicht von der Hand zu weisen. Es kann auf das aufwendige Möbelschleppen verzichtet werden. Eine Besichtigung ist nicht nötig. Es geht schnell und die Ergebnisse sehen immer besser aus.

Nachteil. In der Realität ist keine Einrichtung vorhanden. Bei Besichtigungen kommen die potenziellen Käufer doch wieder in leere Räume. Weitere Nachteile. Die Einrichtungsgegenständen sind in ihrer Auswahl noch ein wenig mager. Aber das wird sich, denke ich, in der Zukunft schnell ändern. Und die Bilder sind am Ende nur so gut wie sie ursprünglich erstellt wurden. Es ist möglich Bilder von einem Profi machen zu lassen. Doch dann kommen wieder Mehrkosten auf einen zu und einen Termin für´s Fotoshooting braucht man auch. Kostet also auch wieder Zeit und Fahrtkosten.

Mir persönlich sind die Kosten noch zu hoch. Die Premiumversion eines Anbieters kostet 2-3% des Verkaufspreises.

Genauso viel wie ein realistisches Home Staging.

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