Der Bauhausstil ist eine der einflussreichsten Bewegungen in der Geschichte der modernen Architektur und des Designs. Entstanden in den 1920er Jahren in Deutschland, verbindet der Bauhausstil Kunst und Handwerk auf einzigartige Weise und strebt nach funktionaler Schönheit. In diesem Blogpost schauen wir uns die Welt des Bauhausstils genauer an, um dir die Grundlagen, charakteristischen Merkmale und zeitlosen Prinzipien dieser revolutionären Designbewegung näherzubringen. Erfahre, wie du Elemente des Bauhausstils in deinem eigenen Zuhause integrieren kannst, um ein modernes, stilvolles und zugleich funktionales Ambiente zu schaffen. Lass dich von der zeitlosen Eleganz des Bauhausstils für dein Interior-Design inspirieren.
Die Entstehung des Bauhausstils
Das Bauhaus, eine 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründete Kunstschule, war damals etwas Neues und ganz besonderes. Gropius, selbst Architekt und Designer wollte eine Schule gründen unter deren Dach verschiedene Kunstbereiche zusammenkamen. Er träumte davon, Kunst und Handwerk zu vereinen und für jedermann zugänglich zu machen. Um dies zu erreichen sollten beispielsweise Möbel, anders als zuvor, industriell hergestellt werden.
So entstand das Bauhaus, dessen Gebäude-Architektur sich stark von den damaligen Bauformen abhob. Die Vision von Gropius übertrug sich auch auf den Designgeschmack seiner Schüler. Im Gegensatz zum Jugendstil und Gründerzeit, prägten nun das neue Möbeldesign geraden Formen und klaren Farben.
Das in Weimar gegründete Bauhaus ist 1925 nach Dessau umgezogen. Bis vor ein paar Jahren lebten auch meine Schwiegereltern dort. Endlich gab es für mich nicht nur einmal Gelegenheit das Bauhaus mit seinen Ausstellungen und – meine ganz besondere Vorliebe in JEDEM Museum – den Shop zu besuchen. Ihr könnt euch vorstellen, dass es für jemanden wie mich mit einem Faible für Home-Design, ein spannendes Ereignis war diese tollen Möbelklassiker zu sehen.
Möbel im Bauhausstil?
In der Kunstschule des Bauhauses gab es umfangreiche künstlerische Handwerksbereiche. Darunter eine Töpferei, Weberei, Metallbearbeitung, Fotoatelier, Schreinerei, Grafikdesign, Kunstmalerei, und Glasbearbeitung. Inspiriert von Wassily Kandinsky, Paul Klee oder entwickelten die jungen Designer und Designerinnen dort Möbel und Designobjekte, die bis heute zu den beliebtesten Einrichtungsgegenständen zählen.
Darunter wunderschöne Klassiker wie den Freischwinger von Marcel Breuer oder den Wassily Chair, benannt nach Wassily Kandinsky. Aber auch den Gropius Sessel von Walter Gropius selbst entwickelt sowie der Barcelona Sessel von Mies van der Rohe. Oder die tollen Leuchten von Wilhelm Wagenfeld oder Marianne Brandt. Von ihr sind auch die berühmte Teekanne oder der Aschenbecher.
Marcel Breuer hat, wie kein anderer, den Stil des Bauhauses umgesetzt und zahlreiche Möbel und Home Accessoires kreiert. Seine Objekte sind weltweit bekannt und stehen gerade heute wieder Pate für zahlreiche Designentwürfe.
Typisch Bauhausstil - Die Merkmale
Funktionalität und Minimalismus
Der Bauhausstil legt großen Wert auf die Funktionalität der Objekte. Jedes Design soll einen klaren Zweck erfüllen, ohne überflüssigen Schnickschnack.
Klare Linien und geometrische Formen
Typisch sind einfache, klare Linien und geometrische Grundformen wie Rechtecke, Quadrate und Kreise. Diese Elemente sorgen für ein strukturiertes und harmonisches Erscheinungsbild.
Industrieästhetik
Der Einsatz von industriellen Materialien wie Stahl, Glas, Beton und Chrom ist charakteristisch. Diese Materialien verleihen den Designs eine moderne und zeitlose Ästhetik.
Form folgt Funktion
Dieses Prinzip besagt, dass die Form eines Objekts aus seiner Funktion resultiert. Praktische und nützliche Gegenstände stehen im Mittelpunkt.
Reduktion auf das Wesentliche
Überflüssige Verzierungen und Dekorationen werden vermieden. Der Fokus liegt auf der Essenz des Designs und seiner praktischen Anwendung.
Integration von Kunst und Handwerk
Der Bauhausstil strebt danach, die Kluft zwischen Kunst und Handwerk zu überwinden. Handwerkliche Präzision und künstlerische Kreativität gehen Hand in Hand.
Modulare Systeme
Die Idee der Modularität ist im Bauhausstil weit verbreitet. Möbel und architektonische Elemente sind oft so gestaltet, dass sie flexibel und vielseitig einsetzbar sind.
Farben
Der Einsatz von Primärfarben (Rot, Blau, Gelb) sowie Schwarz, Weiß und Grau ist charakteristisch. Diese Farben werden oft in klaren, kontrastreichen Kombinationen verwendet.
Innovative Materialien und Techniken
Der Bauhausstil experimentiert mit neuen Materialien und Produktionstechniken, um innovative und kostengünstige Designs zu schaffen.
Schwarze Beistelltische im Stil von Bauhaus
Schwarze Beistelltische sind perfekte Beispiele für den Bauhausstil, da sie die Prinzipien von Funktionalität, Einfachheit und Eleganz in sich vereinen. Diese Tische verkörpern die charakteristischen Merkmale des Bauhausdesigns, indem sie klare Linien, geometrische Formen und hochwertige Materialien miteinander kombinieren.
Bauhausstil geht auch auf gemütliche Weise
Auch wenn die Formsprache des Bauhaus Designs schlicht und nüchtern ist, so können die Möbelklassiker trotzdem gut zu einem gemütlichen Gesamtkonzept arrangiert werden. Ein Schaffell, drapiert über einen Stahlrohrsessel, ein flauschiger Teppich unter einem Glastisch oder grüne Pflanzen sorgen für etwas mehr Wärme im ansonsten eher kühlen Einrichtungsstil.
Selbstverständlich können auch Bauhausmöbeln mit Möbelstücken anderer Einrichtungsstile kombiniert werden. Ein antikes Möbelstück peppt den minimalistischen Bauhausstil auf und nimmt ihm die Strenge.
Bauhausstil muss nicht teuer sein
Die Designer Möbelstücke im Bauhausdesign sind recht preisintensiv. Aber natürlich kannst auch für weniger Geld den Bauhaus-Flair nach Hause holen. Es gibt inzwischen einige ähnliche Modelle von Möbelbauern, die sich von den „Bauhäuslern“ haben inspirieren lassen. So findest du z.B. wundervolle Lounge Sessel im Bauhausstil bei baur.de.
Lounge Sessel - Traumteile im Bauhausstil
Ein Lounge Sessel als Solitär oder paarweise aufgestellt, ist schon fast ein Must-have in einer modernen Einrichtung. Insbesondere in all den Wohnstilen Anfang des letzten Jahrhunderts. In Kombination mit einer modernen Couch oder sogar gegenüber einem antiken Sofa sieht diese Art von Sessel (groß, auffällig und gemütlich) einfach großartig aus. Ein Teppich hält optisch alles zusammen und gibt der Gruppe einen Rahmen.
Bauhaus einrichten: So setzt du den Stil heute modern um
Wenn du den Bauhausstil in deiner Wohnung umsetzen willst, brauchst du nicht direkt ein komplettes Designer-Ensemble. Viel wichtiger ist das Prinzip dahinter: wenige, gut gewählte Stücke, klare Formen und Materialien, die „ehrlich“ wirken. Starte am besten mit einem Anker-Piece – zum Beispiel einem Stahlrohrstuhl, einem Beistelltisch mit geometrischer Silhouette oder einer ikonischen Leuchte. Diese Teile setzen sofort den Ton, ohne den Raum zu überladen.
Farbwelt im Bauhausstil: Kontraste statt Deko-Überfluss
Typisch Bauhaus sind Schwarz, Weiß, Grau als Basis – ergänzt durch Primärfarben als Akzent. Damit es nicht nach „Museum“ aussieht, wirkt es in modernen Wohnungen besonders gut, wenn du maximal 1–2 Akzentfarben wählst (z. B. Blau und ein warmes Rot) und sie gezielt wiederholst: einmal im Bild/Print, einmal im Kissen oder in einem Keramikobjekt. So bleibt der Look ruhig, aber spannend.
Materialien & Oberflächen: so wirkt Bauhaus edel statt kühl
Bauhaus lebt von Stahl, Glas, Chrom, Leder und Holz – aber die Mischung macht’s. Ein guter Trick für ein wohnliches Ergebnis: Kombiniere kühle Materialien (Chrom/Glas) immer mit einer warmen Oberfläche (Holz, Leder oder Textil). Ein flacher Wollteppich, Leinen-Vorhänge oder ein „softes“ Sofa in neutralen Tönen nehmen dem Stil die Strenge, ohne die klare Linie zu zerstören.
Deko im Bauhausstil: weniger, aber bewusst
Statt vieler kleiner Deko-Objekte funktionieren Grafik-Prints, geometrische Formen und einzelne Skulpturen deutlich besser. Stell dir die Faustregel vor: Jedes Teil braucht einen Grund. Ein großer Print im Bauhaus-Look, eine schlichte Vase und eine Pflanze mit klarer Silhouette (z. B. Bogenhanf) reichen oft schon, um den Stil erkennbar zu machen.
Prints im Bauhausstil - Kostenlose Downloads (PDF)
Bauhaus Museen - Kultur hautnah
Bauhaus Museum Dessau
Mit 50.000 Exponaten weltweit die zweitgrößte Sammlung zum Thema Bauhaus.
Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
mit der weltweit ältesten Bauhaus Sammlung.
Stéphane-Hessel-Platz 1,
99423 Weimar
Leider ist das Bauhaus Archiv aufgrund von Sanierungsarbeiten
geschlossen. Der Bauhaus Shop und das temporary Archiv sind von Montag bis Samstag, 10-18 Uhr geöffnet.
FAQ: Bauhausstil einrichten
Was ist typisch für den Bauhausstil?
Typisch sind klare Linien, geometrische Formen, eine reduzierte Gestaltung ohne Ornamente und das Prinzip „Form folgt Funktion“. Häufig kommen Materialien wie Stahlrohr, Glas, Chrom, Beton und Leder zum Einsatz – kombiniert mit einer ruhigen Basis aus Schwarz, Weiß und Grau.
Welche Farben passen zum Bauhausstil?
Klassisch sind Primärfarben (Rot, Blau, Gelb) als Akzente sowie Schwarz, Weiß und Grau als Grundpalette. Für eine moderne Umsetzung wirkt es besonders harmonisch, wenn du maximal 1–2 Akzentfarben wählst und diese im Raum gezielt wiederholst (z. B. in Print + Kissen).
Welche Materialien sind beim Bauhausstil wichtig?
Der Bauhausstil lebt von einer Industrieästhetik: Stahl/Chrom, Glas und Beton sind typische Materialien. Damit es nicht kühl wirkt, kannst du sie mit warmem Holz, Textilien (Wolle, Leinen) oder Leder kombinieren – das bleibt bauhaustypisch, wirkt aber wohnlicher.
Welche Wandgestaltung passt zum Bauhausstil?
Ideal sind glatte Wände in Weiß, Grau, Beige oder sehr zurückhaltenden Tönen. Bauhaus funktioniert auch mit Betonoptik, wenn der Raum nicht zu dunkel wird. Statt vieler Bilder lieber ein großer grafischer Print oder eine klare Bilderwand mit einheitlichen Rahmen.
Wie kombiniere ich Bauhausmöbel mit anderen Einrichtungsstilen?
Am besten mit einem ruhigen Fundament: neutrale Wände, klare Grundmöbel, wenig Deko. Bauhausklassiker lassen sich super mit Mid-Century, modern-minimalistischen oder sogar einzelnen Vintage-/Antikstücken kombinieren – wichtig ist, dass pro Bereich ein Stil „führt“ und der Rest unterstützt.







