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Nur nicht im Chaos versinken! Über die Kunst der Lagerhaltung im Home Staging.

Nur nicht im Chaos versinken! Über die Kunst der Lagerhaltung im Home Staging.

Home Staging ist für viele kreative Menschen ein Traumberuf. Man kann seine Fantasie und Vorstellungskraft sinnvoll nutzen. Der Lohn sind nicht nur glückliche Kunden und das Einkommen sondern auch die Möglichkeit etwas eigenes umsetzen zu können. Und das immer und immer wieder.

Jedoch wird die andere Seite dieses tollen Berufes oft völlig unterschätzt. Ich meine diesmal nicht die von vielen gefürchtete und oft lästige Buchhaltung, die man ja glücklicherweise auslagern kann. Nein, ich meine das Management, die Organisation um einen möglichst reibungslosen Ablauf der kreativen Arbeit zu ermöglichen.

Um mehrere Häuser oder Wohnung komplett stagen zu können braucht man schon eine Menge Dinge. Oftmals ist es sogar so, dass man nicht nur ein Projekt sondern sogar mehrere gleichzeitig am Start hat.

Da in Deutschland der Beruf des Home Stagers noch recht neu ist, sind die meisten Unternehmen eher klein und können nicht auf einen riesigen Fundus mit einem computergestützten Lagersystem zurückgreifen. Aber egal welche Größe das Unternehmen hat, den Überblick darf man generell nicht verlieren.

Es sind aber nicht nur die 1000 kleinen Dinge, welche ein Home Staging Unternehmen unter Kontrolle haben muss. Es gibt viele große Möbel zu organisieren oder zu lagern. Denn nicht alle Häuser haben eine Grundausstattung, genauso wenig wie in jeder Wohnung bereits eine Einbauküche vorhanden ist.

Am Lagerplatz und Management gespart, ist am falschen Ende gespart

Eine Frage die man sich meist zuerst stellt: Wieviel Geld habe ich übrig für monatliche Lagerkosten? Daraus resultiert meistens die zu kleine Größe des Lagerplatzes. Ich glaube jedoch das dies zu einseitig gedacht ist.

In einem engen und kleinen Lagerraum kann man Regale aufstellen und versuchen den Überblick zu behalten. Oftmals ist es jedoch so, dass man verschiedene Kartons mit ihren Inhalten voreinander und übereinander stapelt. Meist sind dann die aufgebrachten Etiketten mit der Inhaltsangabe oder einer vergebenen Nummer nicht mehr sichtbar. Hinzu kommt das man eventuell ein Kissen aus einer unteren Kiste benötigt und die Decke aus einer ganz anderen. So fängt man an hin und her zu stapeln, schlimmstenfalls zu suchen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man das eine oder andere nicht findet und deshalb nachkauft. Wie schön wäre es da, ein großzügiges Lager zu haben und mit einem Blick erfassen zu können wo sich das Gesuchte befindet. Aber die großen Lagerräume sind ja zu teuer!

Man muss ja eigentlich kein großer Rechenkünstler sein um herauszufinden, dass man am Ende vielleicht mit einem zu kleinen Lager sogar mehr Geld investiert (oder verliert) als mit einem großzügigen Lagerraum. So kann das Suchen nicht nur frustrierend sondern auch sehr kostenintensiv sein. Insbesondere dann, wenn man nochmal zurück muss. Weil einem während des Aufbaus einfiehl, dass man Dies oder Das vergessen hat. Dies macht sich nicht auf den ersten Blick bemerkbar, jedoch kann man durch verlorene Zeit andere wichtige Dinge nicht erledigen. Mehrere Home Staging Aufträge vielleicht nicht annehmen, keine Angebote schreiben und nach neuen Kunden ausschau halten. Die eigene Arbeitskraft ist viel preisintensiver als die gesparte Miete. Sich voll und ganz auf das Geschäft konzentrieren können ist das Allerwichtigste!

1000 kleine Dinge verstauen und wiederfinden

Nachdem das Lager nun entsprechend groß gewählt sein sollte und mit ausreichend Regalen ausgestattet ist, stellt sich die Frage wie man das ganze Zeug unter einen Hut bringt. Meiner Meinung nach die schwierigste Aufgabe: die Katalogisierung oder auch Organisation der vielen kleinen Dekorationsmittel. Dies können Kissen, Vasen, Seifenspender und dergleichen sein. Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, nach welchen Kriterien man diese Sachen sortiert und vor allem wie.

Mein Vorschlag dafür wäre, besonders sensible Sachen in ein extra gesichertes Regal zu stellen. Teure Kristallgläser, seltene Vasen oder besonders bruchgefährdete Dekoration haben hier einen sicheren Platz und sind sicher in der Anzahl auch überschaubar.

Die Frage für die anderen Utensilien die sich mir hier stellt, ob man lieber nach Farben oder vielleicht nach Zimmern sortiert. Am leichtesten wäre natürlich für beides, was aber wohl nicht immer funktionieren wird.

Mein Vorschlag hierfür wäre, die Dekoartikel so zu sortieren, dass man ein komplett eingerichtetes Zimmer in eigens dafür vorgesehenen Behältern lagert und sie auch gleich so transportiert.

Es erübrigt sich dabei eine zeitaufwendige Katalogisierung.

Die Kisten sollten transparent und sicher mit einem Deckel verschließbar sein. Auch sollte es die Möglichkeit einer Beschriftung geben. So kann man Badartikel mit den farblich passenden Handtüchern und Badematten mit einem Griff ins Regal finden und direkt mit dem Staging beginnen. Das gleiche kann man für Wohnzimmer, Schlafzimmer Kinderzimmer und so weiter gut umsetzen. Die Kisten für einen Raum sollten unbedingt an einem Platz im Regal stehen. Für empfindliche, leicht zerbrechliche Artikel gibt es Füllmaterial um es bruchsicher zur auszustattenden Immobilie zu bringen. Hier zählt: Ordnung ist die halbe Miete! Was wohl auch irgendwie wieder zu den Lagerkosten passt.

Nach Beendigung des Staging nimmt man die übrig gebliebenen Artikel in den Kisten wieder mit ins Lager und verwahrt sie dort für ihren nächsten Einsatz. Man kann aber auch ein neues Set für das nächste Home Staging zusammen stellen und diese Dekoartikel dabei verwenden. Das beste an diesem System ist, man ist nicht nur selbst beim Arbeiten viel schneller, sondern man kann sogar Mitarbeiter selbständig ins Lager schicken um etwas zu holen. Dieses System ist natürlich noch weiter ausbaufähig, so kann aber jeder leicht die benötigten Dekorationen heraussuchen.

Große Teile und Möbellagerung brauchen viel Platz

Für große Möbelstücke sind Regale meist weniger geeignet, jedoch empfiehlt es sich sie zumindest auf Paletten abzustellen. Empfindliche Sofas oder Stühle sollten zudem mit einer Schutzfolie abgedeckt werden. Um Platz zu sparen kann man bestimmte Teile auch hochkant stellen.

Oftmals sind Stühle stapelbar, was wiederum Raumkosten sparen könnte. Tische könnte man auseinandernehmen und die Platten stehend lagern. Die Schrauben und Beine lagert man gut gekennzeichnet in einem extra Regal. Schrauben am besten in ein Tütchen stecken und dieses mit Klebeband oder Bindfaden an den Beinen befestigen.

Flache, großflächige und empfindliche Gegenstände stehend lagern

Spiegel, Tischplatten, große Bilder sind oft sehr schwierig zu lagern, da sie gerne umfallen oder man jedes einzelne Teil in die Hand nehmen muss um an das Hintere zu gelangen. Hierfür eignen sich an eine Wand in ein paar Abständen angebrachte Zwischenwände. So kann man die Objekte seitlich hinein stellen und ganz leicht wieder entnehmen.

Teppiche sollten nach ihrer Rückkehr ins Lager gründlich gereinigt werden und am besten zusammengerollt stehend in einer etwas höheren Kiste gelagert werden.

Zusammenfassung für die perfekte Organisation
  • wähle die Größe des Lagers nicht zu klein
  • richte sinnvolle Lagerregale ein, mit höhenverstellbaren Böden
  • nutze Paletten, bespanne sie eventuell mit Schutzfolie oder Teppichen
  • ein extra Regal für bruchgefährdete Artikel mit Schutz vor dem herausfallen oder umkippen
  • bereite in Kisten das Inventar für bestimmte Räume vor
  • sortiere nach Farben und Themen
  • beschrifte alle Kisten, nutze eventuell eine Inventarliste
  • sortiere bei der Rückkehr ins Lager die Kisten wieder neu und beschrifte sie frisch, bevor du sie ins Regal zurück stellst
  • lagere große Teile auf Paletten oder baue sie auseinander wenn nötig
  • nutze Zwischenwände für dünne, große Teile zum leichteren einlagern und wieder verwenden

Ich hoffe ich konnte mit meinem Artikel ein paar Anregungen zur leichteren Lagerhaltung von bereits gestandenen Home Stagern oder solchen die es noch werden wollen geben. Habt ihr andere Erfahrungen oder Ideen so lasst es mich bitte wissen.

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